Prebischtor

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Es war Sonntagnacht, so gegen 02:00 Uhr. Ich war Zurück von einem schönen Ausflug auf’s Schissn in meine Heimat, die Oberlausitz.

Schissn

Der Sonntag war der letzte Tag meines diesjährigen Sommerurlaubs und ich hatte mir eigentlich noch vorgenommen, während dieses Urlaubs einmal zum großen Prebischtor zu wandern. Dieses Ziel hatte ich bisher noch nie anvisiert, man sollte es kaum glauben. Viele Möglichkeiten gab es also nicht mehr, das noch zu erledigen. Also habe ich mir schnell noch den Wecker auf 06:00 Uhr gestellt und bin dann eingeschlafen.
Am Morgen wachte ich so gegen 06:30 Uhr auf und stellt fest, dass ich vergessen hatte, die Weckzeit auch zu aktivieren.  🙂

Es gab also zunächst ein kleines Stressproblem. Denn für diesen Tag hatte ich mir gedacht, die Anfahrt mit der S-Bahn zu erledigen. Nach einem chaotischen Start in den Tag schaffte ich also noch die Punktlandung am Bahnhof. Genau, als ich die Treppe zum Bahnsteig hinauf kam, fuhr auch schon die S-Bahn ein.
Die Fahrt nach Schöna war dann deutlich gemütlicher.

Faehre

Auf der Fähre fragte ich aus Unerfahrenheit, ob das Ticket auch für die Überfahrt gültig wäre, was mir von der Fährfrau kurz und knackig verneint wurde. Da fehlt mir die Erfahrung, da ich sonst oft mit dem Auto unterwegs bin. Also habe ich die Überfahrt gelöhnt und dann ging es hinüber nach Hřensko. Von da aus startete die Runde.

Mein Versuch, auf dem Weg bis zum Wald noch einen Kaffee zu kriegen, für den zu Hause leider keine Zeit mehr war, scheiterte leider. Alle Lokale hatten um diese Zeit natürlich noch geschlossen. Im Hotel bot man mir nur ein komplettes Frühstück an, was mir aber dann zu viel gewesen wäre. Also ging es zielstrebig weiter in Richtung Wald.

Wanderautobahn
Wanderautobahn
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Die „Wanderautobahn“ war gut ausgeschildert und ziemlich ausgelatscht. Das Wetter war leider nicht berauschend und es war zudem ziemlich schwül, sodass ich beim Aufstieg ganz gut ins Schwitzen geriet. Nach einiger Zeit war ich also da. Die letzten Meter bis zum erhabenen Felsentor lagen vor mir. Etwas Aufregung machte sich breit in mir. Wie groß ist es denn nun wirklich? Wie wird es auf mich wirken? Und dann rückte es ins Bild. Und obwohl man es von schräg unten noch nicht in seiner ganzen Schönheit einsehen kann, zeigt es sich doch auch schon von dieser Stelle als ein gewaltiges Konstrukt der Natur.

 

Nach kurzem Weg kam dann die nächste Ernüchterung. Das Areal zum Prebischtor ist über Nacht verschlossen. Am Eisentor standen bereits ein paar Wanderer, die es wohl auch vorzogen, das Tor nicht in Menschen badend zu betrachten. Na klar, dass man Eintritt zahlt, das wusste ich schon. Aber ich nahm an, dass trotzdem über Nacht nicht alles verrammelt sei. Zum Glück öffnete man die Pforte schon nach kurzer Zeit und ich konnte meinen Weg hin zu den Aussichtspunkten fortsetzen. Natürlich erst nach dem Passieren der Kasse.

Prebischtor

Der Blick auf das Tor in seiner Gesamtheit ist schon sehr beeindruckend. Allerdings zweifelt man beim Erklimmen der Aussicht auch an der Wahrhaftigkeit des Nationalparkgedankens und der landesübergreifenden Bedeutung der beiden Parks. Man sieht den verbauten Zugang, über den man sich einst vom Grenzweg her kommend dem Tor nähern konnte. Verbunden mit den Sperrungen und Verödungen der schönsten einst nutzbaren Wanderwege im Zschand stellt das doch eine Frevelhaftigkeit ohne Gleichen dar. Man kann nur hoffen, dass hier die Vernunft bald siegen wird und sich neben dem durchaus wichtigen Schutz der Natur auch der grundlegende Schutz der Kultur in dieser Region wieder in die Köpfe der Verantwortlichen drängt, sodass es bald wieder zur Freigabe dieser herrlichen Wege kommen wird.
Bei meinen Erkundungen rund um das Prebischtor traf ich auch auf eine kleine Gruppe, die an einem der Aussichtspunkte ihr Nachtlager eingerichtet hatte. Keine Ahnung, ob das erlaubt ist oder nicht und wie es dazu kam, dass sie dort nächtigten. Kleiner Negativeffekt dessen war es, dass man aus Platzmangel die Aussicht nicht nutzen konnte. Aber aufwecken wollte ich deswegen auch niemanden. 🙂

Prebischkegel

Nachdem mich satt gesehen hatte, ging es über den Gabrielensteig in Richtung Rainwiese und dann weiter durch die Wilde Klamm sowie die Edmundsklamm. In diesem Abschnitt merkte man dann deutlich den starken Zuwachs an Wanderern, die interessanterweise mit dem unterschiedlichsten Schuhwerk am Start sind. Vom schweren Wanderstiefel bis hin zu Flipflops ist da alles dabei. Wie man jedoch mit solchen Latschen 10 oder 20 km durch die Berge wandern kann, werde ich nie so ganz verstehen.

Klamm3
Klamm3
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Alles in allem standen für mich am Ende ca. 25 km auf der Uhr und ich setzte gemütlich mit der Fähre wieder nach Schöna über, von wo aus mich die S-Bahn wieder nach Dresden brachte. Natürlich war sie um diese Tageszeit erheblich besser gefüllt, als es am frühen Morgen der Fall war. Draußen regnete es ziemlich stark und ich freute mich, dass ich bis auf ein paar Tröpfchen an diesem Tag nicht nass geworden bin.
Fazit meiner Tour: Sicherlich muß ich bei besserem Wetter mindesten noch einmal diesen magischen Ort aufsuchen, alleine schon, um schönere Bilder von dort zu fertigen. Außerdem glaube ich, dass ich den Gabrielensteig und die sich dort bietenden Möglichkeiten noch mal genauer unter die Lupe nehmen muß.

2 Gedanken zu „Prebischtor

  1. Sehr schön beschrieben und lässt mich in deiner Beschreibung dabeisein.
    Diese Route zum Prebischtor sind wir schon unzählige Male gegangen und jedesmal ist es immer wieder schön. Das erste Mal war als wir 1996 in Mezna Louka Urlaub machten. Mittlerweile machen wir Urlaub in Königstein und immer ist ein Tagesausflug zum Prebischtor dabei.
    1996 waren die Fahrkarten für die Klamm noch Postkarten. Wege die wir noch gegangen waren, sind heute gesperrt bzw. unpassierbar. Auch über das Tor konnte man noch gehen, wenn auch nicht offiziell. 😉
    Die sächsische und böhmische Schweiz ist immer eine Reise wert.
    Lg Ramona

    1. Danke, Ramona! Das man das Tor noch 1996 begehen konnte, ist mir nicht bekannt gewesen. Da ärgert man sich ja, dass man zu der Zeit nicht mal schnell hin gedüst ist. Auch, wenn es da nicht mehr ganz offiziell war. Das Wanderwege zur Brutzeit beruhigt werden, sehe ich als Naturfreund ja ein. Aber dass es nun tatsächlich so viele Totalsperrungen gibt, ist wohl nicht im Sinne der einstigen Beführworter der Nationalparks. Schade, dass es in dieser Sache so stur zugeht. Man kann nur hoffen, dass Wege sich auch mal wieder für Wanderer öffnen werden.

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